Tagestipps

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Das andere Nairobi Fußball und Kultur in den Slums von Kenias Hauptstadt Von Tilo Mahn Knapp eine Million von Nairobis geschätzten gut drei Millionen Einwohnern leben in einem der zahlreichen Slums der Hauptstadt. Die Kluft zwischen arm und reich ist dort als Trennlinie mitten durch die Stadt erfahrbar. Die nichtstaatliche Organisation ,Mathare Youth Sports Association", kurz MYSA, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mithilfe von Sport einen Ausgleich zu schaffen. In Fußballprojekten bieten die Mitarbeiter Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven und Ideen für eigene Projekte. MYSA arbeitet mitten in den Slums als Anlaufstelle für Beratung, als Inspirationsquelle und als eine Art Kultur- und Sportzentrum. Jugendliche wie Nicholas Kimeu haben auf den Fußballplätzen der Eastlands, der Armengegend von Nairobi, richtig Kicken gelernt - und wie man etwas aus sich machen kann, egal wo man aufwächst. Inzwischen schreibt Nicholas Kimeu Gedichte und Texte über das Leben im Slum Mathare und dreht eigene Filme.

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Luna Luna Hörspiel von Maren Kames Mit: Marina Frenk, Jens Harzer, Eva Brunner u. a. Musik: Bo Wiget Funkeinrichtung und Regie: Leopold von Verschuer (Produktion: Dlf Kultur 2019) Das changierende Sprech- und Sprachprotokoll eines Ichs, dessen Suche nach stimmenden Sätzen und die Suche nach einem Ort zwischen Badewanne, Mole und schwarzem Weltraum. Es geht um die dünne Wand zwischen Traum und Trauma, um dünne Haut, um eine Gans aus Pappmaché und den Bären, den sich eine aufbindet am Rücken, um sich gegen den Wind zu schützen, bevor der Bär auf dem Rücken eines Lamms mit dem Lamm zusammen in den Weidegründen verloren geht. Um Verlieren und Verletzen geht es. Es geht um einen Krieg, der vielleicht nie stattgefunden hat und trotzdem in allen Poren präsent ist.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Delta Von Susanne Amatosero Regie: die Autorin Mit: Ulrike Grote, Bayo Ade, David Kyungu, Audrey Motaung, Monica Bleibtreu, Donata Höffer, Christian Kaiser, Tockey Adeyéfa, Itumeleng Wa-Thusi, Davies Adeyemo, Olajide Akinosye, Ali Musa, Kojo Samuels und Kevin Stephens Komposition: Kojo Samuels Ton: Gerd-Ulrich Poggensee und Ulrich Speicher Produktion: NDR/SR 1995 Länge: 67"55 Die Autorin begegnet dem Nigerianer Tokunbo. Sie lernt von ihm eine der vielen Sprachen des Deltas und überprüft mit Witz und Phantasie ihren Blick auf die andere Kultur. Anschließend: Interview von Lene Albrecht mit Enis Maci zum Hörspiel "AUTOS" Tokunbo, zu Deutsch ,Kam über das Meer", stammt aus dem Delta, aus Nigeria, und wundert sich in Deutschland nicht nur über die Sitzordnung. Von ihm lernt die Autorin eine der vielen Sprachen des Deltas, in der Behörde ,Behorhordenge" heißt und Feierabend ,Fafafyriquam". Mit Witz und Fantasie erzählt sie über ihre Begegnungen mit den Bewohnern des Deltas und die gegenseitigen Blicke auf die jeweils andere Kultur. Susanne Amatosero, geboren 1952 in Wittlich an der Mosel, lebt als Autorin und Regisseurin für Theater und Radio in Hamburg. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1988: Prix Leroi Gourhan auf der "Septième Bilan du Film Ethnografique", Paris, für den Dokumentarfilm "Die Reise der Pilgrim Number One". Das Hörspiel "funky yard" (BR/NDR 1996) wurde auf The New York Festivals 1997 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Weitere Hörspiele: "Asylanten" (DLR Berlin/NDR 1999), "The girl from Ipanema in Dub" (DLR Berlin/NDR 2003) und die Trilogie "Voodoo Child und die Musik als fünftes Element" (Deutschlandradio Kultur 2011), "Mercury" (NDR/Deutschlandradio Kultur 2012) und "Sparky" (Deutschlandradio Kultur 2013) und zuletzt das Kurzhörspiel "Fischerhaus Küche" (Deutschlandfunk Kultur 2018). "Delta" war Hörspiel des Monats März 1996. Delta

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Goldfisch - das neue Solo von Manuel Rubey Gestaltung: Bernhard Fellinger Manuel Rubey leidet an der modernen Volkskrankheit Prokrastination. Jetzt ist er schon 40. Eigentlich wollte er dieses Programm zu seinem 30er herausbringen. Es kamen ihm aber auch ständig Dinge dazwischen. Er wollte ein paar Filme drehen, er hat Thomas Stipsits getroffen und er wurde Vater. Gleich zweimal. Die Töchter hat er jetzt gleich mit ins Programm genommen. So kann er sie wenigstens von der Steuer absetzen. Ein Goldfisch hat übrigens eine Aufmerksamkeitsspanne von 11 Sekunden. Er könnte diesen Text nie zu Ende lesen. Manuel Rubey verspricht mit "Goldfisch" ein lustiges Programm auf die Bühne zu bringen, möchte aber diverse zivilisatorische Errungenschaften, wie Höflichkeit, Pünktlichkeit oder Geduld verteidigen, da sonst die Eleganz flöten geht. Es ist wichtig nicht immer mit der Tür ins Haus zu fallen. Sonst passieren Kollateralschäden wie lustige Wortspiele im Titel oder gespielte Witze auf Kabarettplakaten und davor graut mir. Früher war ein freiliegender Knöchel der Inbegriff der Erotik und des Exhibitionismus. Heute vermitteln Pornofilme Heerscharen von Heranwachsenden einen völlig falschen Eindruck von Schwiegermüttern. Ein Mensch hat übrigens nur mehr eine Aufmerksamkeitsspanne von 8 Sekunden.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Die Ruhe weg haben Lob des Phlegmas in unruhigen Zeiten Von Michael Reitz Regie: Uta Reitz Produktion: Dlf 2020 Ist der Phlegmatiker das positive Gegenbild zur hyperaktiven Multitasking-Gegenwart? Ist "Lebe gesund, werde Phlegmatiker!" der neue Seelenfrieden stiftende Imperativ? Könnte Phlegmatismus eine Reaktion auf die Überforderungen des modernen Alltags sein? Phlegmatiker gelten in der öffentlichen Wahrnehmung als Zeitgenossen, die nichts auf die Reihe bekommen und mit Faulheit und Tatenlosigkeit ihre Umwelt nerven. Doch so einfach ist es nicht. Der Phlegmatiker zaudert zwar des Öfteren und ist schwer zu motivieren. Doch seine Neigung nicht alles so ernst zu nehmen, erst einmal abzuwarten und nichts zu überstürzen, kann auch sympathisch sein. Fehlt nicht angesichts der immer stärker werdenden Hektik in unserem Leben, dem Aktions- und Entscheidungszwang und der Angst etwas zu verpassen, eine Alternative? Nämlich eine Anleitung, wie man zum Phlegmatiker wird? Denn als solcher könnte man lernen, die Dinge nicht immer ändern zu wollen, sondern ihnen ihren Lauf zu lassen. Die Ruhe weg haben

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Zweiundzwanzig Nach dem Roman "Et rester vivant" von Jean-Philippe Blondel Übersetzung aus dem Französischen: Sophia Hungerhoff Bearbeitung und Regie: Irene Schuck Mit Gert Heidenreich, Jonas Minthe, Maria Magdalena Wardzinska, Mirco Kreibich, Ingeborg Kallweit, Thomas Kügel, Beate Rysopp, Anne Weber, Astrid Meyerfeldt, Tim Grobe, Markus John NDR 2015 Mit 22 hat man das Leben noch vor sich. Sagt man. Doch Jean-Philippe, der gerade durch einen zweiten Autounfall zum Vollwaisen wurde, glaubt, das Leben läge bereits hinter ihm. Im Sommer 1986 kennt er nur noch ein Ziel: Morro Bay, ein Ort an der Pazifikküste. Dorthin will er aufbrechen. Zusammen mit seiner Exfreundin Laure und seinem besten Freund Samuel pilgert er auf Umwegen zum Meer, startet zu einem unspektakulären Roadtrip durch Kalifornien und findet schließlich zu sich selbst und ins Leben zurück. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. Das Hörspiel

Sonntag 21:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Der Hype um Ayahuasca Von Lorenz Rollhäuser DLF/NDR 2019 Wiederholung vom Samstag, 13.05 Uhr Ayahuasca ist ein psychedelisch wirkender Pflanzensud aus dem Amazonas-Tiefland. Seine zeremonielle Einnahme ist bei Hipstern wie Managern aus dem Silicon Valley zunehmend beliebt und verspricht auch bei der Behandlung von Depressionen und Sucht gute Erfolge. Mit Zentren und Retreats wird Ayahuasca zunehmend international verfügbar. Der Autor macht sich auf die Reise. Findet er eine neokoloniale Aneignung vor? Einen Egotrip gestresster Großstädter? Oder doch: einen Gegenentwurf zum Materialismus des Westens - eine spirituelle Erfahrung?

Sonntag 23:03 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 Musikpassagen

Soul im Südwesten Als James Brown nach Stuttgart kam Von Christoph Wagner In den 1960er-Jahren wurde Soulmusik zur populärsten schwarzen Musik in den USA. 1967 kam die Soulmusik erstmals nach Westdeutschland: Im April traten in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst Ray Charles und ein halbes Jahr später James Brown auf. Im November folgte ein Konzert unter dem Motto "Soul Time", das ein Künstlerpaket präsentierte, dem Percy Sledge und Sam & Dave angehörten. Soul war nun in aller Munde - der allerneuste Schrei der Popindustrie!

Sonntag 23:05 Uhr NDR Info

Nachtclub ÜberPop

Karaoke, vom Glück und Nervenkitzel des Mitsingens Mit Birgit Reuther und Andreas Moll Die Karaoke, das Singen zu Instrumental-Versionen von Songs, hat sich in den frühen 1970er-Jahren in Japan entwickelt. Mittlerweile ist das Partyspiel nicht nur ein beliebter Gruppenspaß in Wohnzimmern und Kneipen. Millionen User praktizieren über Karaoke-Apps auf dem Smartphone ihre ganz eigene gesangliche Selbstinszenierung. Die Moderatoren Andreas Moll und Birgit Reuther erkunden in der aktuellen Ausgabe des Nachtclub ÜberPop diesen besonderen Zweig der Popkultur. Sie erläutern, welche Songs sich am besten zur Karaoke eignen. Und sie tauchen ein in die komplexe Welt aus Selbstüberschätzung und unentdeckten Talenten, Euphorie und Peinlichkeiten. Worin besteht die Faszination für Imitation und Interpretation: Ist es die befreiende Kraft des Singens? Liegt es am Nervenkitzel, vor Freunden und Fremden für fünf Minuten in die Rolle eines Popstars zu schlüpfen? Oder ist Karaoke eine spezielle Form, der eigenen Lieblingsmusik besonders nahe zu sein? Zu Gast sind Musiker Patrick Siegfried Zimmer sowie Regisseur Dominik Günther. Unter dem Pseudonym Nik Neandertal organisiert und moderiert Günther seit 1997 wahnwitzige wie amüsante Karaoke-Shows. Zudem ist er nach Asien gereist, um das Genre in dessen Heimat zu erkunden. Patrick Siegfried Zimmer wiederum hat mit "Eternities" soeben ein Karaoke-Album veröffentlicht und verleiht dem Mitsing-Spiel somit einen kunstvollen Dreh: Musikerinnen und Musiker interpretieren zur Instrumentalversion Zimmers Pop-Ode "Eternity" - darunter König Boris von Fettes Brot, Sophia Kennedy, Ebba Durstewitz (JaKönigJa) und Stephan Eicher (Grauzone).

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